Dienstag, 3. Juni 2008
Burning Question
Neulich fragte ich mich und fand keine Antwort- warum, kam es mir in den Kopf, steht in allen (von mir je gesehenen) chinesischen Restaurants so ein blödes Aquarium mit riesen Schalentieren oder Fischen drin? Die haben mir schon als Kind immer den Apetit verdorben...
Samstag, 1. März 2008
"Sofort"
Gestern stand ich an der Bushaltestelle und war erstaunt über die Vorstellung des HVVs von der Dauer eines Momentes.
Die digitale Anzeigetafel, die es dem Bürger erspart per Blick auf den Haltestellenaushang und der Uhrzeit auszurechnen, wann der ersehnte Bus nun kommen würde, kündigte mir ein "sofort" an. Ich wartete, wunderte mich und erinnerte, dass meine Mutter damals, als sie dieses Wort erzürnt aussprach meinte "genau jetzt". Da hatte man innerhalb von Sekunden zu handeln. Selbst wenn es nur ein spontan gebrülltes "Nein!" als augenblickliche Reaktion war. Dies prägte meine sinngemäße Verknüpfung von Bedeutung mit der bloßen Buchstabenabfolge S-O-F-O-R-T. Der HVV scheint jedenfalls ein anderes "sofort" zu meinen. Und dann fing ich an, darüber nachzudenken, wie diese digitalen Anzeigetafeln eigentlich funktionieren, ob sie das Geld wert waren und ob ich mal wieder auf die Straße gehen sollte, um für die sinnvolle Einsetzung von Steuern zu plädieren. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich für meinen Teil würde lieber auf den Haltestellenaushang schauen und selber rechnen (und das, obwohl ich in Mathe immer eine Niete war) und dafür weniger Studiengebühren zahlen...
... Womit wir beim Thema wären, denn seit Oktober letzten Jahres darf ich mich offiziell als Student bezeichnen. Dieser ehrenwürdige Titel ermöglicht mir unter anderem, Rabatte an der Kinokasse zu ergattern. Darauf, dass ich dafür alle sechs Monate 743 Euro hinblättern muss und wieviele Male ich ins Kino müsste, damit sich dieser Status lohnt, abzüglich der immensen Summen, die ich bei jedem Kinobesuch für salziges Popcorn und M&Ms ausgebe, gehe ich nicht weiter ein. Es würde vermutlich in einem erneuten Konflikt mit dem dehnbaren Begriff der Zeit enden. Denn auch die verantwortlichen Theoretiker in der Bildungspolitik scheinen mit ihrer Vorstellung von dieser Maßeinheit, erheblich von meiner abzuweichen...
Ich kann es also nur bestätigen: das herrschende Klischee (manchmal schockierend, diese neue Rechtschreibung) des ach so armen Studenten. Vielleicht sollten auch wir uns verbünden und in unserer vorlesungsfreien Zeit ein Straßenmagazin entwickeln, um es an die konsumfähigen Mitbürger verkaufen, damit auch wir uns mal einen überteuerten Kaffee in Pappbechern kaufen könnten? Das Stichwort Kaffee möchte ich an dieser Stelle nutzen und eine elegante Überleitung zum nächsten Punkt zu schaffen: Das Klischee (ich bin immer noch entsetzt!) des Studenten, der die immatrikulierte Lebenszeit dafür nutzt literweise braunes, bitteres Wasser im Kreise seiner Kommilitonen zu trinken und mehr Zeit in geselliger Runde in Eckkneipen verbringt, als in der Staatsbibliothek. Es ist nicht existent. Zumindest nicht seit der Einführung des Bachelors. Meiner Meinung nach.
Nichtsdestotrotz ist es schon ein toller Titel. Das erste Semester liegt hinter mir und ich habe Lust auf das zweite. Vergleicht man dies mit den Berufsschulhalbjahren während meiner Ausbildung, so ist eine empfundene Verbesserung durchaus zu erkennen. Und das, obwohl mein lieber Tutor in der Schule damals sagte: "Was willst du? Studieren? Philosophie? Aber du bist doch gar nicht so der Typ "Wissenschaftler"..." An dieser Stelle frage ich mich, was genau ein Wissenschaftler ist. Einstein schrieb einmal: "Die gegenseitige Beziehung von Erkenntnistheorie und Wissenschaft ist von merkwürdiger Art. Sie ist aufeinander angewiesen. Erkenntnistheorie ohne den Kontakt mit Wissenschaft wird zum leeren Schema; Wissenschaft ohne Erkenntnistheorie ist soweit überhaupt denkbar primitiv und verworren" und da Erkenntnisse sowohl rationaler als auch empirischer Natur sein können, bin ich instinktiv davon überzeugt, dass ich nicht völlig ungeeignet bin. Das hab ich so im Gefühl...
Montag, 7. Januar 2008
Essaywettbewerb
Essaywettbewerb im Rahmen meines Deutschkurses-
"Was mir an meiner Universität gut gefällt - und was mir nicht gefällt"
"Was mir an meiner Universität gut gefällt - und was mir nicht gefällt"
An meinem ersten Tag an der Hamburger Uni schien die Sonne.
Jeder, der hier schon einmal angelegt hat weiß, wie wertvoll Sonnenschein im Heimathafen Hamburg ist. Er verzaubert die gesamte Stadt. Ich saß im zehnten Stock des Philosophenturms und genoss den wunderschönen Ausblick. Bis zum Hafen konnte man sehen. Da schaut man nicht nur in die Ferne, sondern in die Freiheit. Für mich war es Grund genug, dies als ein gutes Zeichen zu deuten. Damals, am ersten Tag meiner Ausbildung, regnete es in Strömen. Vielleicht habe ich sie auch deshalb nach einem halben Jahr abgebrochen. Es gibt eben einige Menschen, die wetterfühlig sind. In den letzten Wochen sind die Sonnenstunden leider erheblich weniger geworden und auch die Aussicht trübt sich. Entgegen meiner romantischen Vorstellungen vom Studieren, verbringe ich die Erstsemestermonate nicht mit Kommilitonen, Büchern und Coffee to go (ich trinke lieber Tee, aber das klingt nicht so gut) unter dem Schatten spendenden Baum im Park. Es fehlen die Sonnenstrahlen, die mir beim Outdoorlernen die Schultern bräunen. Stattdessen bekomme ich kalte Füße, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze. Trotz des Wintereinbruchs bleibt eine gewisse Romantik übrig. Auch wenn es nicht so aussieht, wie in den Filmen, in denen die Kamera über den Campus schwenkt und Menschengruppen in leichter Sommerbekleidung zeigt. Es ist herrlich. Mir gefällt diese kleine Oase. Sie bietet mir Schutz und gibt mir die Gelegenheit einen Teil meiner Naivität zu bewahren. Meine Ideale erleben ihren zweiten Frühling und endlich wage ich es wieder an mich und meine Vorstellungen zu glauben. Hier bin ich sicher vor dem wütenden Moloch, dem gewinnorientierten Monster da draußen, an dem die meisten Ideale schon aus Furcht scheitern und nicht erst in der Praxis. Hier treffe ich auf Gleichgesinnte und Mitstreiter. Hier können meine Ideen an der Kritik wachsen, bis sie groß und stark genug sind, um in der Realität zu bestehen. Hier steckt man in keinem Job fest, der einem wenig Freiraum lässt, auch mal an etwas anderes oder gar an die anderen zu denken. Man wird darin geschult, einen zweiten Blick auf die Tatsachen zu werfen. Das gefällt mir. Sowas brauchen die jungen Leute von heute. Zumindest die, die Wert darauf legen können. Leider gibt es immer welche, die keine andere Wahl haben. Ebenso traf ich schon auf zahlreiche, denen das Lernen in der Schule gereicht hat und es kaum erwarten konnten, ordentlich anzupacken und körperliche Arbeit zu leisten. Für Leute wie mich jedoch, ist dies genau das Richtige. Denn die Theoretiker von heute, sind die Praktiker von morgen. Jetzt stelle man sich mal vor, es gäbe die brotlosen Germanisten und Philosophen nicht. Nicht nur, dass Sie nach ausgiebiger Feierei keinen hätten, der Sie nach hause fährt, nein, mit Sicherheit wäre das Gesellschaftsbild nur halb so vielfältig. Wollen Sie das wirklich? Rein ökonomisch denkende Bürger? Das Studieren ist jedenfalls alles andere als ökonomisch wertvoll. Hätte ich meinen Idealismus nicht, wäre dies bis dato eine recht unerschwingliche Investition. Schon nach einem halben Semester, droht mir die Privatinsolvenz. Alleine der Weg hier her, war steinig genug. Wissen Sie, wie schwierig es ist, ein Philosophie- oder Germanistikstudium anzufangen? Die Zulassungsbedingungen sind da das kleinere Übel. Alleine die Verwandtschaft davon zu überzeugen, grenzt schon an ein Meisterwerk. All die Fragen zu überleben wie „und was willst du damit?“ und die gesammelten Artikel zum Thema „Studium und die Aussichten“ vermitteln fast aussichtslose Perspektiven. Ich sage Ihnen, egal ob zu Ende studiert wurde, oder nicht: diese Geisteswissenschaftler und brotlosen Künstler, die Tagträumer, Politik-, Gesellschafts- und Kulturbegeisterten, fassen wir sie als die Noch-Unwirtschaftlichen zusammen, sie sind aus einem besonderen Holz geschnitzt. Denn egal, was aus ihnen wird, sie wissen was es bedeutet, sich für das einzusetzen, woran Herz und Verstand hängt. Und Sie können mir jetzt nicht erzählen, dass dieses Land nicht auch solche Leute braucht. Egal in welchem Beruf. Die Universität ist ein gesellschaftlicher Mikrokosmos. Hier kann man nicht nur zum Fachidioten werden, sondern sich gleichzeitig auch an die Gegensätze gewöhnen. Der Campus! Hier lebt Wirtschaft, Politik, Kunst, Kultur und Recht noch unter einem Dach. Hier erklären sich Philosophen und Physiker die Welt aufs Neue. Im offenen Diskurs auf den Rasenflecken in der Mittagssonne (jetzt kommt wieder meine sommerliche Romantik ins Spiel) kann man sich gegenseitig an die jeweiligen Grenzen des eigenen Wissens stoßen. Mit theoretischer Leichtigkeit, können hier, von allen gemeinsam, neue Ansätze geschaffen werden, die für die gesamte Gesellschaft von Nutzen sind. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht direkt. Aber mit Sicherheit wird es sich auszahlen. Zumindest sagt mir das mein Sinn für Idealismus. Und deshalb lohnt sich das Studium doch, sogar das der Geisteswissenschaften, inklusive der kalten Füße am Schreibtisch und der drohenden Privatinsolvenz. Es wäre allerdings schön, wenn sich noch zusätzliche Investoren fänden. Denn bei all dem Glauben an das Gute, weiß ich noch nicht, wie ich die Studiengebühren aufbringen und gleichzeitig den Bachelor erfolgreich abschließen soll, ohne dabei einen Kredit bei der Verwandtschaft oder der nächsten Bank aufzunehmen. Aber wie soll ich das, als prognostizierte Taxifahrerin jemals wieder abbezahlen? Laut Statistik sehe ich dunkelgrau bis schwarz. Dieser Gedanke gefällt mir nicht, aber es wäre nicht meine Art, mich deshalb von meinem Vorhaben abbringen zu lassen. Und so verbleibe ich bei meiner naiven Ansicht über das Studium, erwarte fundiertes Wissen, weltbewegende Erkenntnis und Inspiration und freue mich auf die ersten Tage Campusleben im Sommer…
Jeder, der hier schon einmal angelegt hat weiß, wie wertvoll Sonnenschein im Heimathafen Hamburg ist. Er verzaubert die gesamte Stadt. Ich saß im zehnten Stock des Philosophenturms und genoss den wunderschönen Ausblick. Bis zum Hafen konnte man sehen. Da schaut man nicht nur in die Ferne, sondern in die Freiheit. Für mich war es Grund genug, dies als ein gutes Zeichen zu deuten. Damals, am ersten Tag meiner Ausbildung, regnete es in Strömen. Vielleicht habe ich sie auch deshalb nach einem halben Jahr abgebrochen. Es gibt eben einige Menschen, die wetterfühlig sind. In den letzten Wochen sind die Sonnenstunden leider erheblich weniger geworden und auch die Aussicht trübt sich. Entgegen meiner romantischen Vorstellungen vom Studieren, verbringe ich die Erstsemestermonate nicht mit Kommilitonen, Büchern und Coffee to go (ich trinke lieber Tee, aber das klingt nicht so gut) unter dem Schatten spendenden Baum im Park. Es fehlen die Sonnenstrahlen, die mir beim Outdoorlernen die Schultern bräunen. Stattdessen bekomme ich kalte Füße, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze. Trotz des Wintereinbruchs bleibt eine gewisse Romantik übrig. Auch wenn es nicht so aussieht, wie in den Filmen, in denen die Kamera über den Campus schwenkt und Menschengruppen in leichter Sommerbekleidung zeigt. Es ist herrlich. Mir gefällt diese kleine Oase. Sie bietet mir Schutz und gibt mir die Gelegenheit einen Teil meiner Naivität zu bewahren. Meine Ideale erleben ihren zweiten Frühling und endlich wage ich es wieder an mich und meine Vorstellungen zu glauben. Hier bin ich sicher vor dem wütenden Moloch, dem gewinnorientierten Monster da draußen, an dem die meisten Ideale schon aus Furcht scheitern und nicht erst in der Praxis. Hier treffe ich auf Gleichgesinnte und Mitstreiter. Hier können meine Ideen an der Kritik wachsen, bis sie groß und stark genug sind, um in der Realität zu bestehen. Hier steckt man in keinem Job fest, der einem wenig Freiraum lässt, auch mal an etwas anderes oder gar an die anderen zu denken. Man wird darin geschult, einen zweiten Blick auf die Tatsachen zu werfen. Das gefällt mir. Sowas brauchen die jungen Leute von heute. Zumindest die, die Wert darauf legen können. Leider gibt es immer welche, die keine andere Wahl haben. Ebenso traf ich schon auf zahlreiche, denen das Lernen in der Schule gereicht hat und es kaum erwarten konnten, ordentlich anzupacken und körperliche Arbeit zu leisten. Für Leute wie mich jedoch, ist dies genau das Richtige. Denn die Theoretiker von heute, sind die Praktiker von morgen. Jetzt stelle man sich mal vor, es gäbe die brotlosen Germanisten und Philosophen nicht. Nicht nur, dass Sie nach ausgiebiger Feierei keinen hätten, der Sie nach hause fährt, nein, mit Sicherheit wäre das Gesellschaftsbild nur halb so vielfältig. Wollen Sie das wirklich? Rein ökonomisch denkende Bürger? Das Studieren ist jedenfalls alles andere als ökonomisch wertvoll. Hätte ich meinen Idealismus nicht, wäre dies bis dato eine recht unerschwingliche Investition. Schon nach einem halben Semester, droht mir die Privatinsolvenz. Alleine der Weg hier her, war steinig genug. Wissen Sie, wie schwierig es ist, ein Philosophie- oder Germanistikstudium anzufangen? Die Zulassungsbedingungen sind da das kleinere Übel. Alleine die Verwandtschaft davon zu überzeugen, grenzt schon an ein Meisterwerk. All die Fragen zu überleben wie „und was willst du damit?“ und die gesammelten Artikel zum Thema „Studium und die Aussichten“ vermitteln fast aussichtslose Perspektiven. Ich sage Ihnen, egal ob zu Ende studiert wurde, oder nicht: diese Geisteswissenschaftler und brotlosen Künstler, die Tagträumer, Politik-, Gesellschafts- und Kulturbegeisterten, fassen wir sie als die Noch-Unwirtschaftlichen zusammen, sie sind aus einem besonderen Holz geschnitzt. Denn egal, was aus ihnen wird, sie wissen was es bedeutet, sich für das einzusetzen, woran Herz und Verstand hängt. Und Sie können mir jetzt nicht erzählen, dass dieses Land nicht auch solche Leute braucht. Egal in welchem Beruf. Die Universität ist ein gesellschaftlicher Mikrokosmos. Hier kann man nicht nur zum Fachidioten werden, sondern sich gleichzeitig auch an die Gegensätze gewöhnen. Der Campus! Hier lebt Wirtschaft, Politik, Kunst, Kultur und Recht noch unter einem Dach. Hier erklären sich Philosophen und Physiker die Welt aufs Neue. Im offenen Diskurs auf den Rasenflecken in der Mittagssonne (jetzt kommt wieder meine sommerliche Romantik ins Spiel) kann man sich gegenseitig an die jeweiligen Grenzen des eigenen Wissens stoßen. Mit theoretischer Leichtigkeit, können hier, von allen gemeinsam, neue Ansätze geschaffen werden, die für die gesamte Gesellschaft von Nutzen sind. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht direkt. Aber mit Sicherheit wird es sich auszahlen. Zumindest sagt mir das mein Sinn für Idealismus. Und deshalb lohnt sich das Studium doch, sogar das der Geisteswissenschaften, inklusive der kalten Füße am Schreibtisch und der drohenden Privatinsolvenz. Es wäre allerdings schön, wenn sich noch zusätzliche Investoren fänden. Denn bei all dem Glauben an das Gute, weiß ich noch nicht, wie ich die Studiengebühren aufbringen und gleichzeitig den Bachelor erfolgreich abschließen soll, ohne dabei einen Kredit bei der Verwandtschaft oder der nächsten Bank aufzunehmen. Aber wie soll ich das, als prognostizierte Taxifahrerin jemals wieder abbezahlen? Laut Statistik sehe ich dunkelgrau bis schwarz. Dieser Gedanke gefällt mir nicht, aber es wäre nicht meine Art, mich deshalb von meinem Vorhaben abbringen zu lassen. Und so verbleibe ich bei meiner naiven Ansicht über das Studium, erwarte fundiertes Wissen, weltbewegende Erkenntnis und Inspiration und freue mich auf die ersten Tage Campusleben im Sommer…
Mittwoch, 14. November 2007
the walk
augen auf, wenn der balken etwa eine fingerbreite vom ende entfernt ist...
... auch sowas kann man mal gemacht haben...
Donnerstag, 2. August 2007
Abenteuer Wildnis


Extreme-Paddeln vom feinsten!
Die weite Welt zu bereisen ist aufregend, aber das eigene Heimatsland?
Seit mit dabei, wenn die Kommune Zwei (Jenni, Benni, Malte & Franzi) mit Freunden in See sticht und das Abenteuer Zuhause sucht!
Von nächster Woche Dienstag bis Samstag wird gerudert und gezeltet. Lagerfeuer, Marshmallows grillen, Gruselgeschichten und Mückenplagen, deutsche Campingplätze und Dosenessen... Ich bin gespannt!
WO? Auf der Werra/Weser bei Göttingen... Klickt hier.
Und hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack :-)
Exklusive Berichte folgen, sobald wir wieder in Hamburg ankern!
Ich freu mich drauf...
... Zeit heilt alle Wunden- oder in diesem Falle: Zeit trocknet alle Klamotten...
Es ist bereits eine Weile her, trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, vom Abenteuer Deutschland zu berichten... Ach ja, Deutschland... Ich werde das Gefühl nicht los, dass man in diesem Land kaum Abenteuer erleben kann...
Der Adrenalinpegel schoss in die Höhe, als ich nach einem Blick auf die Uhr realisierte, dass wir den Wecker verschlafen hatte- die letzten Sachen packen und anziehen in windeseile- alles deutete auf ein paar wirklich aufregende Tage hin. Noch schnell ein Franzbrötchen beim Bäcker gekauft und den Bullimotor gestartet. Die Reise konnte losgehen.
Wenige Extraschleifen, die uns einen Überblick über die Landschaft bei Göttingen verschafften später wurden unsere logistischen Fähigkeiten auf Probe gestellt, als es darum ging, die Rucksäcke und Zelte von sechs Personen in zwei Booten unterzubringen. Aber sowohl dies, als auch die Stromschnelle, bei der wir ablegten, meisterten wir gekonnt.
To cut a long story short- es folgte ein recht heiterer Paddeltag mit einem Ausklang in einer teils überambitionierter Kartenspielerrunde... und danach kam der Regen... bis zu unserem Zielhafen verfolgte uns eine Schlechtwetterfront, die uns manches Mal einholte. Ab und zu hatten wir aber auch Glück, da dank überdurchschnittlichen Regenfalls der Wasserstand höher war, als sonst und somit die Strömung so stark war, dass sich das Paddeln kaum lohnte... Das war auf der einen Seite recht erholsam, auf der anderen Seite hatte ich mich auf ausgeprägte Armmuskeln gefreut (a la Madonna) und wir erreichten unser Ziel schneller als geplant... Worüber man aber ehrlich gesagt dann doch froh war, denn an dem Nachmittag goss es wie aus Eimern!
Rückblickend war der ganze Trip "ganz nett" aber wenig spektakulär- abgesehn von dem einen Gewitter, in dem wir fast umgekommen wären. Durchnässt wie wir waren, verknüpften wir das Trocknen unserer Klamotten mit einem Besuch im Hallenbad. Das war im Campingpreis inklusive und hatte sogar einen Fön beim Ausgang.
Wahrscheinlich hätte es schon gereicht, wenn das Thermometer um die 27 Grad angezeigt hätte, oder es wenigstens ein paar giftige Tiere in Deutschland gäbe... Aber so war irgendwie alles halbwegs sauber, organisiert, vorgetrampelt... und grau und nass.
Montag, 4. Juni 2007
CALIFORNIACATION
... oder auch VOM WEG ZURÜCK!
Also entweder gehöre ich zu den 'potenziellen Gefahren' für Amerika oder das Personal vom Flughafen in San Diego wollte mir die Zeit aufregender gestalten, die ich dank meiner recht großzügigen Kalkulation totzuschlagen hatte. [Ja, Ralf, du hattest recht...]
Bei der Sicherheitskontrolle sagten sie: "Alright, you have just been choosen for special security treatment", in einem Ton als sei ich gerade der 1.000.000 Besucher im Supermarkt und habe lebenslanges Einkaufen umsonst gewonnen...
"Bitte folgen Sie mir und den Anweisungen- Danke für die Kooperation..."
Und dann schickten sie mich, das fromme Lamm und der Inbegriff der Unschuld [alles was ich will... ist nur die Regierung stürzen...] zuerst in eine Kabine, wo ich von oben bis unten kurz mit Luft durchgepustet wurde- hätte ich bloß ein weißes Kleid an und rotgeschminkte Lippen gehabt, dann wäre ich wenigstens elegant dabei gewesen- [und war es wirklich Luft oder eine luftähnliche Substanz, die mich jetzt mit einem Flim überzogen hat, der meiner Überwachung dient, da er Signale zum FBI sendet, die denen hinsichtlich meiner Absichten und meines Aufenthaltortes Informationen bietet...] stattdessen erschreckte ich mich kurz und machte dabei ein blödes Gesicht. Dann musste ich meine Schuhe ausziehen und sie fuhren mit einer Art Wattestofffetzen, der an einer Zange befestigt war, über die Innenseite meiner Latschen und legten den Wattestofffetzen anschließend unter ein Mikroskop-Test-Untersuchungsdings. Die gleiche Prozedur wiederholten sie mit der Innenseite von meiner Tasche...
... Ich habe keine Ahnung, was das sollte und noch weniger Ahnung von dem was sie suchten bzw. keine Erkenntnis darüber, ob sie das gefunden haben, wofür sie mich verdächtigt hatten... Vielleicht war es auch nur Langweile, oder eben der freundschaftliche Gefallen, mir meine Wartezeit etwas aufregender zugestalten...
Jedenfalls ließen sie mich dann gehen. Seitdem frage ich mich, was das für eine komische Nummer an meinem Handgelenk ist, die im Dunkeln leuchtet?! ;-)
Irgendwann war es dann endlich Boardingtime und als ich feststellte, dass das 400kg-Pärchen, das es sich gerade in der letzten Reihe bequem machte meine zukünftigen Sitzpartner für die nächsten 5 Std. sein würde, hielt sich meine Begeisterung kaum noch in Grenzen! Aber ich brauche ja zum Glück keinen 'ganzen Sitz'... Und der Körperkontakt, der dadurch zustande kam, dass die Armlehne hochgeklappt war, machte mir nach der langen Zeit ohne Streicheleinheiten auch nichts aus...
Wir befanden uns auf dem Landeanflug nach Philadephia, als ich bemerkte, dass wir doch erheblich Verspätung hatten. Als wir dann auch noch darauf warten mussten, dass wir unsere 'Parkingposition' einnehmen und alle von Bord gehen konnten, wurde ich bei einem Blick auf die Uhr (meiner Sitznachbarin) ziemlich nervös, denn die Boardingtime für meinen Anschlussflug war 'genau jetzt'!
Ich brüllte "FEUER!", sprang auf, zerschlug das Fenster, an dem ich saß, rannte über die Landefläche, bis zum anderen Gate, sah, wie das Flugzeug gerade anfing loszurollen, lief schneller, machte einen großen Satz und krallte mich an den Tragflächen fest, zog mich hoch, zerschlug wieder eine Fensterscheibe und nahm meinen mir zustehenden Platz im Inneren des Flugzeuges ein, der natürlich freigeblieben war...
In Wirklichkeit konsultierte ich die Stewardess, die mir nett zulächelte und sagte "once you get off this plane just run like hell, sweetheart..."
Ersteinmal aus dem Flugzeug zu kommen, gestaltete sich schon zu einer schwierigen Mission, immerhin saß ich ja in der letzten Reihe... Die Durchsage (grob übersetzt) "Sehr geehrte Damen und Herren, im hinteren Teil dieses Flugzeuges befinden sich Fluggäste, die nur noch sehr knapp ihren Anschlussflug erreichen können. Bitte bleiben sie noch sitzen und lassen diese zuerst aussteigen" wurde anscheinend überhört und so erinnerte ich mich an die 'deutsche Ruppigkeit' bzw. an die Tricks der Rugbyspieler in Neuseeland, schiss auf Freundlichkeit und bahnte mir meinen Weg in Richtung Ausgang...
... Und dann nahm ich aber meine Beine in die Hand! Den Frauen wehten die Strähnen aus dem Gesicht und bei den Männern kräuselte sich der Schnurrbart, als ich, schnell wie der Blitz, von Gate B7 bis Gate F26 (!) rannte. Rannte? Ich weiß nicht was ich tat... Ich war einfach nur schnell. Und als ich beim Gate ankam und sah, dass ich mich gerade noch rechtzeitig an das Ende der mittlerweile kurzen Schlange stellen konnte, um an Bord zu gehen, hätte ich vor lauter 'aus der Puste sein' fast gekotzt.
Zum Glück hatte ich, nun auf dem Weg nach München, genug Zeit mich von diesen Strapazen zu erholen und dank meiner Sitznachbarin, eine kleine Mexikanerin, ca. zehn Jahre älter als ich, auch genug Platz!
Schlafen konnte ich trotzdem nicht. Das lag aber daran, dass wir in der vorletzten Reihe saßen, direkt neben dem Klo. Und wenn es nicht das tösende Geräusch der Spülung war, das mich aus dem gerade eben eintretenen Halbschlaf riss, dann war es das Wackeln meiner Sitzlehne, weil sich wieder irgendwer auf dem Weg zum Lokus daran festhielt... Den Anfang vom Film habe ich auch verpasst, dank der Dame vor mir, die ihre Süddeutsche Zeitung rücksichtslos auseinander faltete und mir die Sicht versperrte...
Die Strecke von München nach Hamburg war nicht ausgebucht und so fand ich dann doch noch meinen Frieden und konnte mit ausgestreckten Beinen den letzten Teil der Reise entgegenschlummern, bis mich dann erneut die Panik wachhielt, als ich mir die Frage stellte, ob mein Gepäck in Philadelphia genauso schnell laufen konnte, wie ich...
ENDE GUT- ALLES GUT!
Ich, mein Rucksack und die Tasche sind heile in Hamburg angekommen, der Heimathafen zeigte sich im vertrauten Grau und draußen vor der Tür wartete mein Auto und mein Baaaby...
Und jetzt bin ich wieder zuhause und blicke auf vier fabelhafte Wochen in Amerika zurück!
Ich hatte Amerika als Ziel gewählt, da es meine letzte Station auf der Weltreise gewesen wäre. Ich hatte mich für die Reise entschieden, weil ich mit dem Thema 'Unfall- und was danach alles kam' entgültig abschließen wollte, um endlich wieder die Angst vor dem, was passieren könnte, zu verlieren und erneut Vertrauen in das Leben zu gewinnen.
Zahlreiche Faktoren haben mir bestätigt, genau das Richtige getan zuhaben:
Claudia und Ralf haben durch außerordentliche Gastfreundschaft den ganzen Trip im Rahmen des finanziell Möglichen gehalten und mir die eine oder andere 'heimatliche Station' geboten, Michael hat mich mit dem Leben in Venice vertraut gemacht, Justin hat mir das Gefühl gegeben, wie es sein könnte, wenn man einen kleinen und manchmal nervigen Bruder hätte, der Roadtrip hat mir die Vielfalt Kaliforniens gezeigt und sowohl 'das alles und noch viel meeehr', als auch das Treffen mit dem, in meinen Augen legendären Sänger von Incubus (und beziehe mich dabei NICHT auf das Äußere, das bei "Frontmännern" ja allzuoft überaus attraktiv ist [siehe Subsquad, die übrigens am 11.6. ein Konzert im Kaiserkeller haben, das man nicht verpassen sollte, da es nur 2 bzw. 3 Euro kostet, bestimmt 'rockt' und wenn man die Musik nicht mag, immerhin mich antreffen kann] , sondern vor allem auf die Fähigkeit sich, absolut meinen Geschmack treffend, hochwertiger Lyrik zu bedienen), bestätigte mir GENAU ZUR RICHTIGEN ZEIT, GENAU AM RICHTIGEN ORT GEWESEN ZU SEIN!
Danke dafür und danke an Familie und Freunde daheim, die an mich gedacht haben und die passiv das Bild der Reise geschmückt haben, indem sie aktiv ein Teil meines 'Zuhause' sind.
Denn was wäre die weite Welt ohne die eigene Heimat?!
So im Zoo
Hier noch ein paar Bilder von Justin's und meinem Sonntagsausflug. Die Sonne hat geschien und ich hatte einen schönen, letzten Tag in San Diego. Nachmittags habe ich auf dem Balkon gelesen, dann meine Sachen gepackt und eben waren wir noch Essen... Gleich geh ich ins Bett und morgen früh um neun fährt Ralf mich zum Flughafen... Heute abend bin ich ausnahmsweise mal kein Mensch der vielen Worte...
Abonnieren
Posts (Atom)